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Ratgeber: Tipps & Tricks zur Bildbearbeitung PDF Drucken E-Mail
Tuesday, 29. April 2008

Professionell arbeiten

Ratgeber: Tipps & Tricks zur Bildbearbeitung


Dank digitaler Bildbearbeitung passen Sie die Wirklichkeit ganz Ihren Vorstellungen an. Mit den Tricks und Kniffen der Profis geht das ganz einfach und vor allem schnell.
 
In diesem Artikel lernen Sie verschiedene Methoden kennen, wie Sie Bilder mit ein paar Kniffen nach Ihren Wünschen abändern können. Wir spielen unsere Beispiele anhand von Adobes Photoshop CS2 durch. Die meisten beschriebenen Funktionen finden Sie aber in ähnlicher Weise auch in anderen Bildbearbeitungsprogrammen wie Corel Paint Shop Pro, Photo Impact oder Photoshop Elements.

Entschärft: Unruhige Hintergründe ausblenden
Wenn Ihr Kameramodell über keine manuelle Blendenvorwahl verfügt, kann ein Foto mit einer unschönen Tiefenschärfe im Nachhinein mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimiert werden. Ziel ist es, das Hauptmotiv in voller Schärfe zu belassen und störende Hintergründe auszublenden. Um den Hintergrund zu entschärfen, stehen mehrere Methoden zur Auswahl. Das reicht von automatisierten Software-Funktionen – wie sie etwa Adobe Photoshop anbietet – bis zur perfekten Maskierung mit diversen Werkzeugen. Hier eine einfache und bewährte Methode, die mit fast allen Programmen funktioniert:
Bei Portraits entschärfen Sie den Hintergrund
Bei Portraits entschärfen Sie den Hintergrund
Legen Sie eine zweite Ebene mit einer Kopie des Bildes an, und blenden Sie die alte Ebene aus. In der frisch angelegten Kopie radieren Sie mit dem entsprechenden Werkzeug das Objekt aus, das später scharf bleiben soll. Bei Portraits ist das natürlich das Gesicht. Arbeiten Sie sich schrittweise vom Radiergummi mit großer Pinselspitze zu immer feineren Abstufungen vor. Probieren Sie dabei unterschiedliche Pinselkanten. Etwas weicher wirkt oft besser. Tauchen Sie im Anschluss mit Hilfe eines Weichzeichners (Gaußscher Weichzeichner) die komplette neue Ebene in Unschärfe. Nun wird die alte Ebene wieder sichtbar gemacht und mit der neuen kombiniert: Durch das radierte Loch im Gesicht der neuen Ebene scheint so weiterhin das ursprünglich scharfe Portrait durch. Der Hintergrund wird weich gezeichnet wiedergegeben. Fertig ist ein perfektes Bild, bei dem nichts vom Hauptmotiv ablenkt.
 
So retuschieren Sie Porträts
Hautverfärbungen, kleine Pickel und andere Schönheitsfehler fallen auf Fotos ganz besonders auf. Bei Profi-Models wird retuschiert, was das perfekte Bild stört. Diesen Gefallen können Sie Ihrem Partner oder Ihren Freunden ebenfalls tun. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie mit Photoshop kleine und große Mängel verschwinden lassen.
 
Photoshop: Hier verwenden Sie zum Retuschieren den „Bereichsreparatur-Pinsel“. Nachdem Sie das Werkzeug aktiviert haben, wählen Sie in der Symbolleiste eine Pinselspitze, die etwas größer ist als der zu korrigierende Bereich. Klicken Sie auf den Bereich, den Sie verändern möchten, oder ziehen Sie den Pinsel über den Bereich. Das Werkzeug wählt sich zum Übermalen automatisch einen passenden Punkt aus der näheren Umgebung der Störung aus. Bei Bedarf wiederholen Sie den Vorgang, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.
Mit dem Reparatur-Pinsel korrigieren Sie Bildbereiche
Mit dem Reparatur-Pinsel korrigieren Sie Bildbereiche
Ebenfalls gute Ergebnisse erzielen Sie mit dem „Reparatur-Pinsel“. Das Werkzeug eignet sich vor allem für die Korrektur größerer Bildbereiche. Nachdem Sie das Werkzeug aktiviert haben, klicken Sie bei gedrückter <Alt>-Taste im Bild auf eine Stelle mit ähnlicher Hautfarbe. Sie wählen damit einen Quellpunkt für die anschließende Bildreparatur. Dann setzen Sie den Cursor über die Stelle, die Sie korrigieren möchten, klicken mit der linken Maustaste darauf und ziehen den Pinsel über den Bereich.
 
Photoshop CS/CS2/CS3: Diese neueren Programmversionen bieten zusätzlich das „Ausbessern-Werkzeug“. Es arbeitet ähnlich wie die Reparatur-Pinsel, erlaubt aber noch genaueres Vorgehen und damit bessere Ergebnisse. Ziehen Sie mit dem Werkzeug eine möglichst kleine Auswahl um den zu korrigierenden Bereich auf, und ziehen Sie diese dann auf eine Stelle mit ähnlicher Hautfarbe.
Für die drei Werkzeuge gilt: Photoshop kopiert nicht einfach die Quellpixel in den Zielbereich, sondern passt Beleuchtung, Struktur und Schattierung so an, dass die Retusche kaum auffällt.

Bilder aus PDFs extrahieren

Was tun, wenn Sie unbedingt eine Grafik für eigene Zwecke brauchen, die in einem PDF-Dokument eingebettet ist? Nicht jeder will sich das dafür an sich zuständige, aber ziemlich teure Adobe Acrobat leisten. Für einfache Zwecke, bei denen es nicht auf die perfekte Wiedergabe des extrahierten Bildes ankommt, hilft folgender Trick:


Rufen Sie das PDF auf, und zoomen Sie so weit auf das Zielbild ein, dass es möglichst Bildschirmgröße erreicht. Erstellen Sie mit dem Betätigen der <Druck>-Taste der Tastatur einen Screenshot.
Öffnen Sie Ihre Bildbearbeitungs-Software, und fügen Sie den Screenshot aus der Zwischenablage als neues Bild ein. Das geht beispielsweise über die Befehle „Datei“, „Neu“, „Bild aus Zwischenablage“ (Photoshop Elements) oder über „Bearbeiten“, „Einfügen“, „Neues Bild“ (Photo Impact).
Schneiden Sie das Bild mit dem Zuschneide- oder Freistellungswerkzeug zurecht, und speichern Sie es als neue Datei ab – fertig ist das extrahierte Bild! Wer es besonders gut haben möchte, kann auch in das PDF hineinzoomen, jeweils einen Teilbereich per <Druck>-Taste in die Ablage kopieren, diese einzeln ins Malprogramm bringen und das fertige Bild aus vier Screenshots manuell zusammenfügen.
 
Schnelle Rahmen um Fotos legen
Mit einem Rahmen werten Sie Ihre Bilder auf
Mit einem Rahmen werten Sie Ihre Bilder auf
Zu Zeiten der Schwarzweiß-Fotografie waren weiße Rahmen gang und gäbe. Und ein geschmackvoller Rahmen kann ein Bild auch heute noch aufwerten. Probieren Sie einfach mal mit dem Bildbearbeitungsprogramm Ihrer Wahl herum. Bei Photoshop Elements zum Beispiel geht das über die Palette „Stile und Effekte“, die Sie über das Menü „Fenster“ aufrufen. Dort wiederum wählen Sie im linken Ausklappmenü „Effekte“, im rechten „Rahmen“. Für manche Rahmen genügt ein simpler Doppelklick auf den Effekt – und er überträgt sich aufs Bild. Bei anderen Programmen müssen Sie vorher die gewünschte Größe des Rahmens mit dem Auswahlwerkzeug vorgeben.
Fehlt bei Ihrer Software ein weißer Rahmen, so löschen Sie einfach den markierten äußeren Bereich, zum Beispiel so: inneren Bereich mit dem Auswahlwerkzeug markieren, dann die Auswahl umkehren, anschließend bei auf Weiß gestellter Hintergrundfarbe die <Entf>-Taste drücken.
 
Übrigens: Wenn der weiße Rahmen auch auf Laborabzügen richtig dargestellt werden soll, müssen Sie das Bild gleich zu Anfang auf die richtige Größe, zum Beispiel 10 x 15 Zentimeter – oder auf das gewünschte Seitenverhältnis wie 2 zu 3 zurechtschneiden. Sonst kann es passieren, dass der Rahmen angeschnitten wird.
 
Aufgeräumte Oberfläche
In Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop liegen die Arbeitspaletten schnell zu Dutzenden unordentlich herum und verstellen dadurch die Sicht auf das Bild, das Sie bearbeiten wollen. Sie haben allerdings mehrere einfache Möglichkeiten, auf der Photoshop-Oberfläche Ordnung zu schaffen.
 
Hotkey: Drücken Sie einfach die <Tab>-Taste, um alle derzeit geöffneten Paletten auf einen Schlag auszublenden. Der Shortcut funktioniert übrigens auch bei vielen anderen Bildbearbeitungen. Wählen Sie den Hotkey <Shift>-<Tab>, wenn Paletten verschwinden, Werkzeugleiste und -optionen aber sichtbar bleiben sollen. Haben Sie alle Paletten und Leisten verbannt, holen Sie mit <Enter> nur die Werkzeugoptionen in den Vordergrund – etwa die Einstellmöglichkeiten für den Kopierstempel. Einzelne Paletten blenden Sie mit Funktionstasten ein: <F7> holt die Ebenenpalette her, <F8> die Aktionen.
 
Paletten aufräumen: Photoshop räumt seinen Palettenverhau sogar selbständig auf: Der Befehl „Fenster, Arbeitsbereich, Palettenpositionen zurücksetzen“ ordnet alle Paletten am rechten Fensterrand an – so wie beim ersten Öffnen des Programms nach der Installation.
 
Oberfläche sichern: In Photoshop CS2 und CS3 können Sie den Aufbau des Programmfensters so speichern, wie er sich für Sie am besten eignet. Bei absichtlichen oder versehentlichen Änderungen können Sie jederzeit zu Ihrem Standard zurückkehren.
Ordnen Sie zunächst alle Paletten so an, wie Sie es dauerhaft brauchen – bis hin zur Miniaturengröße in den Paletten. Anschließend folgt der Befehl „Fenster, Arbeitsbereich, Arbeitsbereich speichern“. Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen wie „Wichtige Paletten rechts außen“. Dieser Befehl steht ab sofort im Untermenü „Fenster, Arbeitsbereich“ zur Verfügung und baut den Programmbereich wieder wie gewünscht auf. Die Funktion gibt es übrigens auch bei Bridge, der Bilddatenbank von Photoshop CS2/CS3.
 

Bilder verlustfrei skalieren

Sie haben in Photoshop ein Bild verkleinert und dann wieder vergrößert. Nun wirkt das Foto unscharf. Wenn Sie die Größe von Pixelbildern verändern, gehen durch Interpolation (Berechnung fehlender Bildinformationen) immer Informationen verloren. Der Effekt verstärkt sich sogar, wenn Sie den Vorgang mehrfach wiederholen. Arbeiten Sie daher beim Skalieren in Bildbearbeitungsprogrammen nie mit dem Originalbild, sondern immer mit einer Kopie des Bildes oder der Ebene.

Speziell Photoshop besitzt allerdings in Version CS2 und CS3 die neuen Smart-Objekte. Diese Funktion erleichtert die Arbeit mit Pixelbildern. Der Bildinhalt lässt sich dabei in einem Container unterbringen, den Sie dann statt des eigentlichen Bildes vergrößern oder verkleinern. Das Original bleibt im Container jederzeit erhalten – wiederholte Größenänderungen haben daher keinen Einfluss auf die Bildqualität. So wenden Sie die Funktion an:
 
Gruppieren: Öffnen Sie eine Bilddatei, und blenden Sie das Fenster „Ebenen“ ein (<F7>-Taste). Im Kontextmenü der Ebene wählen Sie „In neuem Smart Objekt gruppieren“. Die Miniaturansicht zeigt jetzt einen weißen Rahmen um das Bild und ein Smart-Objekt-Symbol.
 
Skalieren: Gehen Sie auf „Bearbeiten, Transformieren, Skalieren“, und verändern Sie die Größe durch Ziehen der Anfasspunkte. Wenn Sie dabei die <Shift>-Taste gedrückt halten, behält Photoshop das Seitenverhältnis bei. Mit <Return> übernehmen Sie die Änderung.
 
Wiederholung: Wiederholen Sie den vorherigen Schritt, und verkleinern und vergrößern Sie das Bild dabei mehrfach nacheinander. Wenn Sie dann das Bild wieder auf die Originalgröße ziehen, stellen Sie – anders als bei der Arbeit ohne Smart-Objekte – keine Änderung der Qualität fest.
 
Digitalfotos mit Antik-Look versehen
Ob in Ausstellungen oder in der Werbung, der Klassiker weiß immer noch zu faszinieren: Schwarzweiß-Aufnahmen mit ihrer ganz eigenen Stimmung. Derart kunstvolle, farbreduzierte Fotos produzieren Sie mit Digitalkamera und jeder gängigen Bildbearbeitungs-Software. Sollte Ihre Kamera über keinen Schwarzweiß-Modus verfügen, laden Sie das Bild einfach in die Foto-Software und wählen die Option „Graustufen“.
Antik-Look erreichen Sie mit Graustufen und leichtem Einfärben
Antik-Look erreichen Sie mit Graustufen und leichtem Einfärben
In Photoshop gehen Sie beispielsweise im Menü Bild“ auf „Modus“ und anschließend auf „Graustufen“. Auch bei Schwarzweiß-Bildern bietet sich eine Tonwertkorrektur beziehungweise ein Kontrastabgleich an.

Tipp: Wenn Sie ein Anhänger des Retro-Styles sind, sollten Sie mit einer nachträglichen Colorierung experimentieren: Zu finden ist sie unter „Bild, Anpassen, Farbton/Sättigung“. Aktivieren Sie „Färben“, und wählen Sie einen dezenten Farbton. In Sekundenschnelle erzielen Sie auf diese Weise typisch sepia-gefärbte Bilder.
 
 
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