| Ratgeber: Vista-Dienste aufräumen |
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| Friday, 21. December 2007 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Windows-TuningRatgeber: Vista-Dienste aufräumen
Vista
beansprucht Ressourcen für Gimmicks und Dienste, die nicht jeder
braucht. Mit einer optimierten Konfiguration läuft Vista nicht nur
schneller, sondern auch sicherer.
Fraglich ist zum Beispiel, warum der Tablet-PC-Eingabedienst auf jedem Rechner installiert und gestartet wird, auch wenn dieser nicht über Tablet-PC-Funktionen verfügt. Gegenüber XP hat sich bei Vista dennoch einiges zum Positiven verändert. So sind etwa einige Dienste standardmäßig deaktiviert und können nur gestartet werden, indem sie explizit auf den Starttyp „manuell“ oder „automatisch“ gesetzt werden. Steht ein Dienst auf „manuell“, startet Vista ihn, sobald er benötigt wird – etwa weil ein abhängiger Dienst hochgefahren wird. Beim Starttyp „automatisch“ aktiviert Vista den Dienst beim Systemstart. Viele der automatisch gestarteten Dienste können ohne Risiko abgeschaltet werden. Um welche es sich dabei handelt und unter welchen Bedingungen man auf sie verzichten kann, beschreibt dieser Artikel.
Tipp: Sind Sie im Zweifel, ob Sie auf einen bestimmten
Dienst mit Starttyp „automatisch“ verzichten können, setzen Sie ihn
zunächst auf „manuell“ und stoppen ihn. Wenn der Dienst nach einiger
Zeit normalen Arbeitens immer noch gestoppt ist, können Sie auf ihn
verzichten.
1. Diese Vista-Dienste sind unverzichtbar
Um zu drucken, ist die Druckerwarteschlange unabdingbar, und in
Windows-Netzwerken kommt man nicht ohne den Arbeitsstationsdienst aus.
Dieser sorgt unter anderem dafür, dass die Verbindungen zu den anderen
Rechnern hergestellt werden. Das Windows-Ereignisprotokoll und die
„Windows Verwaltungsinstrumentation“ sollten Sie ebenfalls unangetastet
lassen. Letztere ist unter anderem dafür zuständig, dass der
Dienste-Manager einwandfrei funktioniert. Auch beim
Sicherheitskonto-Manager haben Sie keine Chance, Ressourcen zu sparen.
Er ist integraler Bestandteil des Sicherheitsmodells von Vista,
inklusive der Rechteverwaltung. Ohne den Benutzerprofildienst ist ein
Anmelden nicht mehr möglich, also auch keine Möglichkeit zu sparen. Die
Kryptografiedienste verwalten Zertifikate und sorgen dafür, dass
Signaturen von Windows-Dateien bestätigt werden können. Ohne diesen
Dienst funktioniert unter anderem auch das Windows-Update nicht mehr.
Bei den nachfolgend beschriebenen Diensten müssen Sie selbst wählen, ob
sie in Ihrer Konfiguration erforderlich sind oder nicht.
2. Anwendungsinformationen und -verwaltung
Hinter dem unscheinbaren Namen „Anwendungsinformationen“ verbirgt sich ein Bestandteil des Sicherheitskonzeptes von Vista:
Auch wenn ein Benutzer mit Administratorrechten angemeldet ist, wird
nicht jedes Programm blindlings mit diesen Rechten gestartet. Sobald
ein Programm versucht, administrative Aktionen auszuführen, erscheint
ein Dialog, in dem der Anwender seine Zustimmung geben muss. Der Dienst
„Anwendungsinformationen“ erleichtert das Ausführen von interaktiven
Anwendungen mit zusätzlichen Administratorprivilegien. Wird dieser
Dienst angehalten, können die Benutzer keine Anwendungen mit
zusätzlichen Administratorprivilegien starten, die zum Ausführen
gewünschter Benutzer-Tasks erforderlich sind.
Der Dienst „Anwendungsverwaltung“ verarbeitet Installations-,
De-Installations- und Auflistungsanforderungen für Software, die über
Gruppenrichtlinien bereitgestellt wird. Benutzer können Software, die
über Gruppenrichtlinien bereitgestellt wird, nicht installieren,
de-installieren oder auflisten, wenn der Dienst deaktiviert ist. Er
wird übrigens nur gestartet, wenn eine Systemkomponente Zugriff auf die
in Vista eingebauten Installationsfunktionen benötigt, etwa um eine
Software einzurichten.
3. Arbeitsstationsdienst, Backup und Systemereignisinfo
Der „Arbeitsstationsdienst“ erstellt und wartet Verbindungen zu Servern
unter Verwendung des SMB-Protokolls. Die Verbindungen sind nicht mehr
verfügbar, falls Sie den Dienst beenden. In einer Netzwerkumgebung
sollten Sie ihn nicht anhalten, da sonst keine Verbindungen mehr
möglich sind. Wenn Sie die eingebauten Backup-Funktionen auf
Image-Basis von Vista Ultimate, Business und Enterprise nutzen wollen,
benötigen Sie folgende Dienste:
Block Level Backup Engine Service: Das ist das Modul
zur Durchführung der Datensicherung und -wiederherstellung auf
Blockebene. Damit ermöglicht es die Verwendung von optischen Medien via
UDFS oder Festplattenpartitionen als Medium.
Volumeschattenkopie: Er verwaltet
Volumeschattenkopien, die zu Sicherungs- und anderen Zwecken verwendet
werden. Das Complete-PC-Backup greift bei Sicherungen auf diesen Dienst
zu. Wird er beendet, sind keine Schattenkopien verfügbar, und die
Sicherung kann fehlschlagen.
Benachrichtigungsdienst für Systemereignisse: Er
verfolgt Systemereignisse wie Windows-Anmeldungen sowie Netzwerkund
Stromversorgungsereignisse. Er informiert außerdem
Ereignissystembezieher, also andere Programme, über diese Ereignisse.
Für Notebook-Nutzer ist dieser Dienst zwingend erforderlich, da er
unter anderem dafür sorgt, dass bei niedrigem Batteriestand die
eingestellten Aktionen ausgeführt werden. In einer Desktop-Umgebung
können Sie dagegen auf die Systemereignisbenachrichtigung verzichten.
4. COM+, Computerbrowser, Designs und DFÜ-Netzwerk
Der Dienst „COM+-Ereignissystem“ unterstützt den
SL-Benutzerschnittstellen-Benachrichtigungsdienst (SENS, System Event
Notification Service), der die automatische Verteilung von Ereignissen
an COM+-Komponenten zur Verfügung stellt. Wenn der Dienst beendet ist,
wird SENS beendet und ist nicht in der Lage, Anmelde- und
Abmeldebenachrichtigungen zur Verfügung zu stellen. Hierbei können
Systemkomponenten sich automatisch benachrichtigen lassen, wenn ein
bestimmtes Systemereignis auftritt. In XP wurde das COM+-Ereignissystem
primär von SENS genutzt, inzwischen sind noch einige weitere Dienste
davon abhängig, etwa die DFS-Replikation, die für die
Collaboration-Funktionen zwingend benötigt wird. Der Dienst
„Computerbrowser“ führt eine aktuelle Liste aller Rechner im
Windows-Netzwerk und gibt sie an als Browser fungierende Computer
weiter. Die Liste wird nicht aktualisiert oder gepflegt, falls Sie den
Dienst beenden. Er ist nur in einem Netzwerk sinnvoll, lässt sich aber
auch da auf Arbeitsrechnern deaktivieren, solange ein Server im Netz diesen Dienst anbietet.
Der „Designs“-Dienst ist für die Oberfläche zuständig. Er wird allerdings nicht automatisch abgeschaltet, auch wenn Sie zur klassischen Windows-Oberfläche umschalten. Um Speicher und Ressourcen zu sparen, können Sie ihn deaktivieren.
Eine Reihe von Diensten ist erforderlich, wenn per Wählverbindung eine
Internet-Verbindung aufgebaut wird. Das ist nicht nur bei Modem oder
ISDN der Fall, sondern auch bei direkter DSL-Anwahl. Benötigt werden
die Dienste „RAS-Verbindungsverwaltung“, „Telefonie“, „Verwaltung für
automatische RAS-Verbindung“ sowie gegebenenfalls „Gemeinsame Nutzung
der Internetverbindung“ und „Gatewaydienst auf Anwendungsebene“.
Bauen Sie dagegen die Internet-Verbindung über ein LAN und einen Router auf, können Sie getrost auf diese Dienste verzichten und sie komplett abschalten.
5. IP-Sec-Sicherheitsdienste und Media-Center-Dienst
Über die Internet Protocol Security Suite (IP-Sec) sichert und kontrolliert Vista
die Übertragung von IP-Paketen. Der Dienst „IPsec-Richtlinien-Agent“
ist zuständig für die Überprüfung, die Authentifizierung und
gegebenenfalls die Verschlüsselung der Daten. Allerdings braucht nicht
jeder IP-Sec, dennoch wird er automatisch gestartet.
Um IP-Sec geht es auch beim Dienst „IKEund AuthIP IPsec-Schlüsselerstellungsmodule“. Diese Schlüsselerstellungsmodule werden zur Authentifizierung und zum Schlüsselaustausch verwendet und nur benötigt, wenn Sie auf IP-Sec zurückgreifen. Microsoft hat die Media Center Edition als eigenständige Windows-Version abgelöst und die Funktionalität in bestimmte Vista-Versionen integriert. Mit den Media-Center- Diensten kann der Vista-Rechner etwa als Server für eine Xbox 360 dienen oder als Client auf Media-Server zugreifen. Für die Funktionalität sind vier Dienste zuständig.
Der „Media Center Extender-Dienst“ ermöglicht es Media-Center-Extender-Geräten, den PC
zu finden und eine Verbindung herzustellen. Der
Media-Center-Dienststart startet den „Media Center-Planerdienst“ und
den „Media Center-Empfängerdienst“, wenn TV-Funktionen im Media Center
aktiviert sind.
6. Die Netzwerkdienste in Vista
Vista arbeitet mit zwei Diensten zur automatischen Konfiguration von
Netzwerken: einem für drahtgebundene und einem für drahtlose. Letzterer
hieß unter XP noch „Konfigurationsfreie drahtlose Verbindung“ und wurde
automatisch gestartet, auch wenn keine WLAN-Karte im PC vorhanden war.
Beide Dienste sind in Vista mit dem empfehlenswerten Starttyp „manuell“
versehen. Windows startet die Dienste bei Bedarf nach. Als Hilfsdienst
dient der Host für das Extensible Authentication-Protokoll (EAP-Host).
Der EAP-Host stellt eine austauschbare Infrastruktur für verschiedene
Authentifizierungsmethoden bereit.
Eine Reihe von Diensten sind für den ordnungsgemäßen Ablauf der
diversen Netzwerkfunktionen von Vista notwendig. Je nach
Netzwerkumgebung können Sie aber den einen oder anderen Dienst
abschalten. Der „DHCP-Client“ ist beispielsweise nur notwendig, wenn
Sie einen DHCP-Server in Ihrem Netzwerk einsetzen. Ansonsten müssen Sie
die TCP/IP-Einstellungen für die Netzwerkkarte
manuell fest einstellen – dennoch installiert und aktiviert Vista
diesen Dienst. Ohne DHCP-Server können Sie den Dienst ohne Nachteile
abschalten.
Der „Netzwerklistendienst“ identifiziert die Netze, mit denen Ihr PC
eine Verbindung hergestellt hatte, sammelt und speichert Eigenschaften
für die LANs, und benachrichtigt Anwendungen, wenn sich diese
Eigenschaften ändern. Er wird automatisch gestartet, und wenn Sie ihn
abschalten, funktionieren weder das Tray-Icon für Ihr LAN noch das
Netzwerkcenter. Eine Verbindung zum Netzwerk besteht allerdings
weiterhin. Für diesen Dienst benötigen Sie auch die Überwachungsdienste
„Network Store Interface Service“ sowie „NLA (Network Location
Awareness)“. Der Dienst „Netzwerkverbindungen“ verwaltet das
Netzwerkcenter von Vista, in dem alle LAN- und Remote-Verbindungen
angezeigt werden. Der „IPHilfsdienst“ stellt IPv6-Verbindungen bereit.
Wenn Sie kein IPv6 benötigen, können Sie den Dienst abschalten.
7. Remote-Funktionen
Für die Remote-Unterstützung und den Remotedesktop sind die
„Terminaldienste“ erforderlich. Sie werden auch bei der Nutzung von
Vista als Media Center benötigt. Mit der „Remoteregistrierung“
ermöglichen Sie den Fernzugriff auf die Registry. Eine Änderung des
Starttyps von „manuell“ auf „deaktiviert“ ist ratsam, um unerwünschte
Fernzugriffe zu verhindern. Gleiches gilt für die
„Windows-Remoteverwaltung“.
8. Sicherheit und UPnP-Dienste
Vista verwaltet die Firewall und den Defender über das
Sicherheitscenter. Wenn Sie die Dienste „Windows-Firewall“, „Routing
und RAS“, „IPsec-Richtlinien-Agent“ und „IKE- und AuthIP
IPsec-Schlüsselerstellungsmodule“ deaktiviert haben, können Sie auch
„Windows Defender“ abschalten.
Universal Plug and Play (UPnP) dient der automatischen Erkennung neuer Geräte und Dienste im Netzwerk, etwa Drucker
oder Freigaben. Da UPnP bereits durch eine Sicherheitslücke glänzte und
Sie diesen Dienst meist nicht wirklich brauchen, empfiehlt sich die
Deaktivierung.
Dienste-Tuning im Überblick
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