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Ratgeber: Mehr Tipps für ein schnelles Windows Teil 2 PDF Drucken E-Mail
Sunday, 18. November 2007

Was Windows langsam macht Teil 2

Ratgeber: Mehr Tipps für ein schnelles Windows


Einige Windows-Bremsklötze haben wir bereits im ersten Teil beseitigt, jetzt geht es weiter. Antiviren-Software, Registry-Verfettung, eingebaute Verzögerungen, in diesem Teil greifen wir tiefer ein, damit Ihr Windows wieder schneller läuft.
 


8. AV-Software: Kaum vermeidbarer Bremsklotz

Das bremst: Die Hauptbremser kommen nicht über die Hintertüre ins System, sondern werden von den meisten Anwendern bewusst eingerichtet. Das Internet ist gefährlich, die Ganoven lassen sich jeden Tag etwas Neues einfallen – eine Rundumschutz-Software muss her. Diese überwacht Downloads oder andere Quellen, aus denen potenziell schädliche Dateien auf den PC gelangen können, oft auch sämtliche Programmstarts und das Öffnen von Dokumenten. Außerdem klinkt sie sich gerne in den kompletten Web-Datenstrom ein, um auch hier nach gefährlichen Mustern zu fischen. All diese Aktionen fordern enorm Leistung und machen aus trivialen Aufgaben des Systems komplexe Vorgänge. Unsere Messungen der CPU-Zeit (siehe Punkt 6) ergaben eindeutig: PCs mit Virenscanner und Internet-Schutz-Software stemmen eine ungefähr fünf Mal höhere Grundlast als PCs ohne Schutz.

Das hilft: Auf ein Antiviren-Programm (AV) oder ein komplettes Internet-Schutzpaket können die wenigsten verzichten. Deshalb empfehlen wir:
1. Ein Schutz genügt: Setzen Sie nicht zwei oder mehr solcher Programme ein.
2. Richtig konfigurieren: Wählen Sie „milde“ Einstellungen. Sie können jedes AV-Programm so einrichten, dass es weniger Ressourcen verbraucht. Der Konfigurationsdialog etwa von Kaspersky Internet Security zeigt sogar an, wie sich einzelne Einstellungen auf die Geschwindigkeit des Systems auswirken. So bringt es etwas, Dateien nach Endungen statt nach Inhalt untersuchen zu lassen: Im zweiten Fall öffnet das AV-Tool die Datei, um zu ermitteln, ob der Inhalt potenziell gefährlich sein könnte, und erkennt etwa Word-, Script- oder ausführbare Dateien anhand charakteristischer Datenmuster. Danach entscheidet es, ob es die Datei in einem zweiten Durchgang auf Viren scannt.
Wenn Sie anhand der Datei-Endungen vorsortieren lassen, sparen Sie sich den ersten Durchgang. Zugegeben, Autoren von Schad-Software werden immer raffinierter. Deshalb erscheint es vorsintflutlich, Dateien aufgrund ihrer Extension – also des äußeren Anscheins – ungescannt zu lassen. Aber Windows arbeitet genauso vorsintflutlich: Es entscheidet auch anhand der Endungen, welche Dateien ausführbar sind. Schadcode in einer TXT-Datei würde Ihr AV-Programm zwar mit der leichteren Einstellung nicht mehr aufspüren. Windows käme allerdings auf keine andere Idee, als ihn im Editor zu öffnen.
3. Komplett scannen: Um auch bei milderen Einstellungen die Gewissheit zu erhalten, keinen Schadcode auf dem Rechner zu haben, lassen Sie von Zeit zu Zeit einen Komplett-Scan laufen, etwa einmal wöchentlich.
4. Internet-Einstellungen prüfen: Gehen Sie alle Optionen durch. Benötigen Sie wirklich einen Phishing-Schutz, wenn Ihr Browser schon einen hat? Müssen Sie Ihre Mails extra inspizieren lassen, wenn Ihr Virenschutz die Ausführung von Programmen überwacht?
Lässt sich der Anti-Dialer eventuell abschalten, weil Sie DSL besitzen und weder Modem noch ISDN-Karte mit dem Rechner verbunden ist? Jede Funktion, die Sie abwählen oder reduzieren, entlastet Ihr System.
 

9. Registry: Mittel gegen Verfettung

 
Das bremst: Die Windows-Registry wächst und wächst. Mehr noch: Sie kann nur wachsen! Jede Installation fügt hier neue Einträge hinzu, während De-Installationen selbst dann, wenn sie alles sauber löschen, die Registry nicht mehr verkleinern. Das heißt: Die Inhalte werden zwar im Bestfall beseitigt, dennoch behält die Registry ihre Größe. Nach dem Löschen bleiben Löcher, die nicht neu beschrieben werden. Das Phänomen wird meist nicht ganz zutreffend wie bei der Festplatte als „Fragmentierung“ bezeichnet. Hier ein Blick auf die Folgen.

Windows-Start: Das Laden allzu umfangreicher Registry-Dateien unter %windir%\System32\Config (insbesondere der Dateien „system“ und „software“) hat großen Einfluss auf den Startvorgang von Windows. Das Laden der Komponente „system“ erfolgt vor dem Logon, das der „software“-Informationen beim Laden der Shell. Wie Sie der kleinen Abbildung oben entnehmen können, dauert es mess- und spürbar länger, die Registry zu laden, wenn sie zu fett wird.
RAM: Einmal geladen, kostet die Registry weit weniger Speicher, als die Ausgangsdateien unter System32\Config befürchten lassen. Ein Großteil wird außerdem in das Swapfile ausgelagert. Dennoch steht auf einem PC mit schlanker Registry mehr RAM zur Verfügung. Wir haben zwei Varianten verglichen (circa 25 MB versus circa 100 MB der Ausgangsdateien): Die kleine belegte ziemlich genau 20 MB weniger im RAM.
Windows-Explorer: Im laufenden Betrieb ist eine große Registry kein gravierender Hemmschuh. Allenfalls Tonnen von Shell-Erweiterungen können zu zähen Reaktionen des Windows-Explorers führen, weil die Registry für jedes Dateiobjekt Dutzende von Kontextmenüs auflistet, die der Explorer darstellen muss.
 
Das hilft: Angesichts der Datenmengen in einer geblähten Registry ist das manuelle oder automatisierte Aufräumen unbenötigter Schlüssel ein nettes Hobby ohne großen Effekt. Natürlich kann es sinnvoll sein, ein Kontextmenü für mehr Übersicht oder einen Software-Schlüssel zwecks Neu-Installation derselben Software zu entfernen. Spürbar kleiner wird die Registry damit aber kaum.
Älter, aber schlanker: Bevor Sie sich von einem zähen Windows-System durch Neu-Installation komplett verabschieden – versuchen Sie es mit einer älteren und schlankeren Registry. Sie enthält zwar nicht den aktuellen Stand der installierten Software, aber Sie beginnen damit wenigstens nicht bei Null. Die Systemwiederherstellung reicht meist nicht weit genug zurück, um einen deutlich schlankeren Systemzustand anbieten zu können. Sie müssen daher die Registry selbst gesichert haben. Wir bieten dafür seit einigen Monaten das einfach zu bedienende pcwRegSaveRestore, das die Registry im laufenden Betrieb sichert. Fürs Wiederherstellen ist ein Neustart erforderlich.
Defragmentieren: Es gibt – zumeist kostenpflichtige – Programme, die eine Defragmentierung der Registry leisten. Das heißt, die Löcher in den Registry-Dateien, die unnötig Ladezeit kosten, werden entsorgt, indem das Tool die Dateien lückenlos neu schreibt.
Lohnt sich eine solche Investition? Diese Frage können Sie sich auf der Kommandozeile leicht selbst beantworten: Das Windows-Tool Reg.EXE ist nämlich mit dem Schalter „save“ auch in der Lage, die binären Registry-Dateien neu und zusammenhängend zu schreiben. In der Abbildung unten sehen Sie die zwei „reg save“-Kommandos, mit denen Sie die wesentlichen Dateien „system“ und „software“ schreiben. Wenn Sie die Größen dieser neuen Dateien mit den originalen Registry-Dateien unter %windir%\System32\Config vergleichen und deutliche Unterschiede feststellen, kann sich die Defragmentierung der Registry tatsächlich lohnen – aber nur dann.
Auch gratis: Wer sich traut und Kenntnisse über die Registry-Struktur mitbringt, braucht kein kostenpflichtiges Tool. Die neuen, lückenlosen Dateien kann Reg.EXE schreiben, das Austauschen dieser Dateien besorgen Sie mit pcwRegSaveRestore. Dazu legen Sie erst mit dem Button „Sichern“ einen neuen Sicherungssatz an, löschen dort „system“ und „software“ und kopieren dafür die mit Reg.EXE erstellen „system.hiv“ und „software.hiv“ in den Sicherungssatz. Dann muss nur noch die Erweiterung „.HIV“ weg – und nach „Wiederherstellen“ schreibt pcwRegSaveRestore den defragmentierten Sicherungssatz.
  

10. Herunterfahren: Verzögerung beseitigen

Das bremst: Viele Anwender beklagen, dass Windows zum Herunterfahren unzumutbar lange benötigt. Der Grund: Schlampig programmierte Anwendungen oder Treiber geben das Handle auf eine geöffnete Datei im Benutzerprofil nicht wieder frei, obwohl das Programm längst beendet wurde. Dann wartet das System erst mal geduldig darauf, dass diese Datei endgültig geschlossen wird. Erst nach einem sehr langen internen Timeout erzwingt Windows das Entladen und kann endlich herunterfahren.

Das hilft: Das englischsprachige Microsoft-Tool User Profile Hive Cleanup Service (privat: gratis) beschleunigt diesen Vorgang. Der Name ist irreführend, da das Tool nicht etwa den Registry-Hive „Hkey_Current_User“ aufräumt. Es arbeitet viel einfacher: Sobald ein Anwender sich abmelden möchte oder Windows beendet werden soll, fordert der Cleanup-Dienst alle ungenutzten Ressourcen zwangsweise zurück. Somit kann das Profil sofort entladen werden, und Windows fährt wieder in angemessener Zeit herunter.
 

11. Explorer: Auf Leistung optimieren

 
Das bremst: Wer Leistung will, sollte das System auch entsprechend einstellen. Indem Sie auf visuelle Effekte verzichten, lässt sich ein guter Teil des schleichenden Geschwindigkeitsverlustes wieder ausgleichen. Sie finden die entsprechenden Optionen unter „Systemsteuerung, System. Erweitert“ und dort unter „Systemleistung“.
Die Voreinstellung hier ist „Optimale Einstellung automatisch auswählen“. Wenn Sie diese beibehalten, glänzt Windows mit Optimismus: Für einen etwas betagten PC in der Redaktion mit einem 2-GHz-Prozessor, 256 MB RAM und Uralt-Grafikkarte etwa schaltete es alle Effekte ein.

Das hilft: Die Option „Für optimale Leistung anpassen“ knipst alle Darstellungseffekte aus. Windows schaut nach dieser Aktion ein wenig schmucklos aus – ohne Design präsentiert es sich in etwa wie sein Vorgänger Windows 2000. Wenn Sie Fenster verschieben und deren Größe ändern, wird deren Inhalt nicht mehr angezeigt. Es gibt keine Schatten mehr unter den Menüs und dem Mauszeiger sowie keinerlei Animationen, nicht einmal die Schriften werden mehr geglättet. Das System reagiert aber eindeutig schneller. Kompromisse zwischen Ästhetik und Leistung sind jederzeit möglich, indem Sie den einen oder anderen Effekt wieder aktivieren.
  

12. Explorer: Grenzen der Shell-Erweiterungen

Das bremst: Mit Shell-Erweiterungen integrieren sich zahllose Programme direkt in die Windows-Oberfläche. Beispiele sind etwa die Kontextmenüs für Musikdateien oder Packer-Archive im Explorer, so dass der Anwender nicht erst eine Software wie Winamp oder Winrar aufrufen muss. Das ist bequem und erspart dem Anwender das Wissen um die zuständige Software. Außerdem verträgt der Explorer ohne ersichtliche Leistungseinbußen eine ganze Menge solcher Erweiterungen. Anders sieht es aus, wenn in der Vielzahl von Kontextmenü-Einträgen der Überblick verloren geht. In besonderen Fällen können Shell-Erweiterungen auch zum ernsten Leistungsproblem werden.

Das hilft: In der Regel können Sie bei der Installation der Software entscheiden, ob und mit welchen Shell-Erweiterungen sich ein Programm in den Explorer einklinken soll. Nachträglich hilft meist der Blick in die Programm-„Optionen“, um überflüssige Kontextmenüs dieser Software wieder zu entsorgen. Andernfalls löschen Sie über die „Ordneroptionen“ des Explorers unter „Dateitypen“ einzelne Erweiterungen (2000, XP). Unter Vista hilft gar nur der Weg in die Registry.
 

13. Explorer: Die Netzwerk-Bremse

 
Das bremst: Das System mag so schnell sein wie es will, wenn der Explorer zögert oder gar hängt, sind Wartezeiten unausweichlich. Ursache sind oft Einträge in der Registry oder auch nur in Verknüpfungen, die auf nicht mehr gültige Pfade verweisen. Dabei meldet der Explorer sich bei lokal fehlenden Ressourcen umgehend, nicht so bei falschen Netzwerkpfaden. Je länger Sie ein Windows in einem Netzwerk laufen lassen, desto wahrscheinlicher stehen Sie irgendwann vor unerklärlichen Denkpausen der Windows-Shell. Ungültige Netzwerk-Links, ungültige Verweise auf Software-Komponenten im Netz (insbesondere bei Shell-Erweiterungen) und ungültige Shell-Folder auf Netzlaufwerken können zu minutenlangen Aussetzern bis hin zum Explorer-Absturz führen.

Das hilft: Der Fehler ist immer dort zu lokalisieren, wo der Explorer konkret hängt – entweder in einem Ordner, der den kaputten Link enthält, oder im jeweiligen Kontextmenü mit dem defekten Eintrag. Als erste Maßnahme hilft es, den Verursacher auf Dateiebene oder in der Registry zu löschen. Besser ist es natürlich, den falschen Pfad zu korrigieren.
 
 
14. Explorer: Bremsende Detailansicht
 
Das bremst: Der Explorer neuerer Windows-Versionen kann inzwischen zahlreiche Meta-Informationen zu Musik- sowie Bilddateien einlesen und in den Spalten der Detailansicht darstellen. Wenn die Ordner Dateien in zweistelliger Zahl enthalten, ist das kein Problem. Bei sehr vielen Dateiobjekten ist der Explorer aber schnell überfordert. Ein flüssiges Navigieren oder Bearbeiten der Dateiliste scheitert an der sich zäh aktualisierenden Darstellung.
 
Das hilft: Schalten Sie über das Menü „Ansicht“ vorübergehend auf die schnelle Listenansicht um. Wer die informativere Detailansicht in jedem Fall bevorzugt, sollte via „Ansicht, Details auswählen“ auf die eine oder andere Spalte verzichten.
 

Zusatzinformation: Grüner PC Strom sparen durch Software-Auswahl?

Unnötiges Verschwenden von PC-Ressourcen kostet nicht nur Zeit, sondern auch Strom und Geld. Der Web-Hoster Strato kündigte 2007 an, künftig bis zu 30 Prozent weniger Energie pro Kunde zu verbrauchen. Eine der Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken, sei der Einsatz optimierter, weniger fehlerhafter und ressourcensparender Software. Schlechter Code sei ein „Klimakiller“, da er mehr Strom verbrauche, hieß es aus dem Rechenzentrum. Sollten PC-Benutzer auch auf einen speziellen Mix an Software achten, um weniger Strom zu verbrauchen?

Bei näherer Betrachtung zeigt sich: Die 30 Prozent Ersparnis kommen durch alle möglichen Maßnahmen zusammen. Sun-Rechner mit auf HTTP-Anfragen spezialisierten „UltraSPARC T1“-Prozessoren, Netzteile und Lüfter mit möglichst geringem Reibungswiderstand, Auslagerung von Festplattenzugriffen bei besonders häufig aufgerufenen Seiten auf spezielle Server und die flexible Anpassung der Kühlung an kälteres Wetter gehören dazu, der Anteil effizienterer Software an der Gesamteinsparung wird nicht näher beziffert.
Mit dem Betrieb eines Rechenzentrums ist der heimische und auch der Büro-PC nicht zu vergleichen: Stratos Hauptgeschäft ist das „Shared Hosting“, bei dem möglichst viele Internet-Auftritte auf einen Server gepackt werden.
Natürlich werden die Server so gut wie möglich ausgenutzt: Sie laufen praktisch ständig unter Volllast und mit Wasser- oder Kompressionskühlung, also einer Industrie-Kältemaschine. Hier lohnt sich optimierte Software durchaus: Denn sinkt die Last des Servers, kann er noch einige Benutzer mehr verkraften. Wenn ein Server eingespart werden kann, weil die anderen mehr Benutzer und Zugriffe bewältigen. Dessen bisheriger Verbrauch lässt sich auf der Haben-Seite verbuchen.
Doch diese Rechnung kann der private PC-Anwender nicht aufstellen: Selbst wenn Sie dauerhaft für 30 Prozent weniger CPU-Last sorgen könnten, sehen Sie das nicht am Stromzähler. Es bedeutet nur, dass der PC, wenn er immer unter Volllast arbeiten würde, jetzt eben 30 Prozent mehr Last vertrüge.
 
 
 
 
 
 
 
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