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Pixelfehler im LCD-Display - was tun? PDF Drucken E-Mail
Tuesday, 10. July 2007

Pixelfehler im LCD-Display - was tun?


Dauerhaft in falschen Farben leuchtende oder ausgefallene Bildpunkte stören beim Arbeiten am LCD-Monitor. Solche Irrlichter sind defekte Pixel, die in der Regel durch Fertigungsfehler entstehen. Doch Hilfe naht: Mehrere Programme und versprechen wundersame Rettung gegen Pixelfehler. Aber was steckt hinter den störenden Pixelfehlern? Und halten die Wunderwaffen das, was sie versprechen?

Defekte Transistoren verursachen Pixelfehler

TFT-Displays bestehen aus Flüssigkristallzellen, die über Transistoren elektrisch angesteuert
 
Pixel setzen sich aus roten, grünen und blauen Punkten zusammen. (Screenshot: T-Online)
Pixel setzen sich aus roten, grünen und blauen Punkten zusammen.
werden. Ein Pixel besteht aus drei Farbpunkten, sogenannten Teilbildelementen (Subpixel), und zwar aus je einem Subpixel für die Farben Rot, Blau und Grün. Diese werden jeweils von einem Transistor gesteuert, der für die Farbgebung zuständig ist. Bei einem so genannten Subpixelfehler fällt einer der Transistoren aus, und der Bildpunkt leuchtet in einer falschen Farbe. Ebenfalls möglich: Permanent weiß leuchtende oder komplett tote (schwarze) Pixel. Genau hier setzen Pixel-Programme wie DPT und UDPixel an: Sie versuchen, durch schnelle Farbwechsel die Bildpunkte aus ihrer Starre zu lösen und den defekten Pixel so zu reparieren..

Software gegen Pixelfehler


Programme wie DPT sollen Pixelfehler reparieren. (Screenshot: T-Online)
Programme wie DPT sollen Pixelfehler reparieren.
 

Pixelfehler lassen sich bei der Herstellung von LCDs nicht vollständig vermeiden. Neben solchen hardwarebasierten Pixelfehlern können Bilddefekte auch durch falsche Treiber verursacht werden. Diese Gefahr besteht vor allem bei 3D-Spielen, tritt dann aber auch nur innerhalb solcher Anwendungen auf und ist keine permanenter Fehler. In diversen Foren kursieren eine Reihe von Tipps, die Pixelfehler beheben sollen. Neben "Pixelmassagen" soll vor allem bunt flackernde Software die toten Bildpunkte aus dem digitalen Nirvana zurückholen.

Programme haben in der Regel keine Wirkung
Eines steht fest: Ist der Transistor eines Pixels defekt, so reaktivieren weder Programme noch ausgeklügelte Wiederbelebungsversuche das kaputte Bauteil. Durch ständige Farbpenetration sollen diese Programme die festgefahrenen Pixel aus ihrer Starre befreien. Doch bei festsitzenden Bildelementen bestehe nur geringe Rettungs-Chancen, wie ein Philips-Techniker im Gespräch mit onComputer verrät: "Da es sich bei festgefahrenen Bildpunkten um ein hardwaremäßiges Problem handelt, funktionieren die einschlägigen Programme in der Regel nicht." Was sich als wahre Wunderwaffe gegen den Pixeltod anhört, entpuppt sich als Luftnummer: Die Programme bieten keine Garantie für die Wiederherstellung defekter Bildelemente. In bestimmten Fällen können Sie darauf pochen, dass der Händler den TFT-Bildschirm zurücknimmt.

Garantie bei Pixelfehlern

Im Falle eines Pixelfehlers sollten Sie sich erkundigen, ob der Hersteller den Monitor austauscht. Viele Hersteller verpflichten sich ab einer bestimmten Anzahl von fehlerhaften Bildpunkten, den Monitor umzutauschen. Näheres dazu findet sich in den Garantiebestimmungen. Die Toleranz-Grenze variiert dabei von Hersteller zu Hersteller. Der Service-Techniker von Philips verrät: "Pixelfehler treten in der Regel innerhalb der ersten zwei Wochen nach Kauf auf und sind produktionsbedingt. Solche Geräte werden aber umgehend ausgetauscht." Manche Hersteller bieten beispielsweise eine Pixelplus-Garantie an, die dem Verbraucher den Austausch des defekten Gerätes bei nur einem auftretenden Pixelfehler innerhalb der Garantiezeit sichert.

Norm regelt die Qualitäts-Stufen
Die ISO-Norm 13406-2 regelt vier verschiedene Qualitätsklassen, wobei völlig fehlerlose Displays der Klasse 1 produktionsbedingt nur für Spezialanwendungen hergestellt werden. Die meisten Geräte erfüllen die Fehlerklasse 2. Danach sind insgesamt neun Pixelfehler tolerabel, und zwar höchstens zwei ständig weiße oder schwarze und bis zu fünf rot, grün oder blau leuchtende (Subpixelfehler). In Klasse 3 und 4 sind sogar 70 bzw. 700 Pixel erlaubt. Die Zahl bezieht sich dabei auf eine Million Bildpunkte. Zum Vergleich: Ein gängiger 17-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 1280x1024 Pixeln hat etwa 1,3 Millionen Bildpunkte.

Gewittertierchen trüben den Bildgenuss

Neben den störenden Pixelfehlern können sogenannte Gewittertierchen den Bildgenuss sichtlich vermiesen. Diese winzigen Insekten verirren sich in LCD-Monitore und haben dort einen ähnlichen Effekt wie die Pixelfehler. Vor allem über große Lüftungsschlitze können die kleinen Plagegeister zwischen die Flüssigkristalle und das Leuchtmittel gelangen. Hier gilt es zu hoffen, dass es von alleine das Weite sucht. Man sollte nicht versuchen, die Tierchen mit dem Staubsauger herauszusaugen.

Pixelmassagen können TFTs ruinieren
Von der Massagemethode raten wir dringend ab. Man sollte auf Flachbildschirme keinen physischen Druck ausüben, da die Gefahr einer irreparablen Beschädigung besteht. So können durch punktuellen Druck hässliche Pixelfehler entstehen. Bei dieser Methode wird mit einem Finger, um den ein angefeuchtetes Tuch gewickelt ist, leichter Druck auf den defekten Bildpunkt ausgeübt.

 

 
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