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Ratgeber: 3D-Grafik für Ubuntu Linux PDF Drucken E-Mail
Tuesday, 3. July 2007

Ratgeber: 3D-Grafik für Ubuntu Linux


Für Spiele und anderes brauchen Sie die 3D-Fähigkeiten Ihrer Nvidia- oder ATI-Grafikkarte. Unter Linux nutzen Sie diese nur mit den proprietären Treibern der Hersteller.
 
Sowohl Nvidia- als auch ATI-Grafikkarten können Sie problemlos unter Ubuntu-Linux einsetzen. Allerdings bringt Ubuntu nur Open-Source-Treiber mit, die nicht alle Fähigkeiten der Grafikkarten unterstützen.

Vor allem 3D-Unterstützung fehlt dabei meist.

Um diese unter Linux zu nutzen, müssen Sie die proprietären Treiber der Grafikchip-Hersteller installieren und die Grafikkarte richtig konfigurieren.

Treiber installieren
Laden Sie sich die jeweils aktuellen Treiber von den Herstellerseiten im Internet herunter. Sie können die Treiber auch mit Automatix aus dem Internet installieren.

X-Server konfigurieren

 
Schon beim Start der Live-Version versucht Ubuntu-Linux eine geeignete maximale Bildschirmauflösung und Bildwiederholrate für Ihre Grafikkarte und Ihren Monitor zu erraten.

Diese Werte übernimmt bei der Installation auf der Festplatte dann auch der grafische Installer.

Möchten Sie diese Werte anpassen, öffnen Sie ein Terminal-Fenster und geben dort den Befehl ,,sudo dpkgreconfigure xserverxorg" ein, gefolgt von Ihrem Benutzerpasswort. Sie können das Programm aber auch an der Konsole starten. Mit <Return> bestätigen Sie die einzelnen Schritte des Konfigurationsprogramms sowie Zwischenschritte mit Informationen.

Mit den Cursor-Tasten navigieren Sie zwischen den Einträgen. Die erste Frage, ob Sie das Programm veranlassen möchten, die Werte für Ihre Grafikkarte automatisch zu ermitteln, können Sie mit "Ja" beantworten auch wenn Ubuntu dies bereits beim Start der Live-CD getan hat.
In der nächsten Liste wählen Sie den passenden Treiber für Ihre Grafikkarte: "nvidia" lautet der richtige Eintrag für Nvidia-Karten ohne 3D-Unterstützung, "fglrx" der für ATI-Karten. Mit <Return> bestätigen Sie Ihre Wahl. Im nächsten Schritt wählen Sie einen beliebigen Namen für Ihre Grafikkarte und bestätigen mit <Return>.
Den vorgeschlagenen Wert im nächsten Fenster belassen Sie am besten, bei AGP-Karten lautet dieser "1:0:0". Verfügt Ihre Grafikkarte über festen Arbeitsspeicher, lassen Sie den Eintrag zum Arbeitsspeicher im nächsten Fenster leer. Auf Notebooks mit Grafikkarten, die auf den Hauptspeicher zurückgreifen ("Shared Graphics"), geben Sie in Kilobyte den Wert an, den Ihre Grafikkarte verwenden soll.
Die im nächsten Konfigurationsschritt angebotene "Framebuffer"-Funktion sollten Sie mit "Nein" ablehnen. Auch die im nächsten Schritt angebotene Tastaturerkennung können Sie überspringen und diese manuell im übernächsten Schritt mit "de" definieren. Die anschließende Frage nach dem Wert belassen Sie bei "xorg". Mit dem Wert "pc105" für deutsche Tastaturen und dann mit dem Wert "nodeadkeys" schließen Sie die Konfiguration zu Ihrer Tastatur ab.
Danach konfigurieren Sie Ihre Maus: Moderne Mehr-Tasten-Mäuse am USB- oder PS/2-Anschluss verwenden das "ExplorerPS/2"-Protokoll, die Abfrage zur 3-Maus-Tasten-Emulation im nächsten Fenster verneinen Sie in der Regel. Im nächsten Konfigurationsschritt belassen Sie einfach die bereits mit einem Sternchen versehenen Einträge.
Möchten Sie später mit einer TV-Karte fernsehen, sollten Sie zusätzlich das Modul "v4l" aktivieren, indem Sie mit den Cursor-Tasten dorthin navigieren und die Leertaste drücken. Die folgenden Fragen beantworten Sie einfach mit "Ja".
In den nächsten Schritten konfigurieren Sie Ihren Monitor, den Sie zunächst ebenfalls automatisch erkennen lassen können. Tragen Sie dann einen beliebigen Namen für Ihren Monitor ein, und wählen Sie danach aus der Liste die maximal mögliche Bildschirmauflösung, die Ihr Monitor unterstützt. Diese setzt das Programm als Standardwert.
Im nächsten Fenster wählen Sie die Option "Simple" um die Bildwiederholrate Ihres Monitors zu bestimmen, und wählen im nächsten Fenster die passende Monitorgröße aus. Bestätigen Sie die folgende Frage mit "Ja".
Schließlich wählen Sie noch die gewünschte Farbtiefe aus, meist "24". Nachdem die Konfiguration abgeschlossen ist, melden Sie sich von der grafischen Oberfläche ab und wieder an, um die Werte zu übernehmen.

Bildschirmauflösung und Wiederholrate anpassen

Nach einem Neustart der grafischen Oberfläche können Sie über das grafische Konfigurations-Tool unter ,,System, Einstellungen, Bildschirmauflösung" die Auflösung per Mausklick herabsetzen. Ihnen stehen dabei die Werte zur Verfügung, die Sie zuvor, definiert haben.

Mit dem grafischen Tool können Sie auch die Wiederholrate bestimmen. Nach einem Klick auf ,,Anwenden" übernimmt Ubuntu die neuen Werte sofort. Eine Dialogbox bietet Ihnen an, diese nun entweder zu behalten oder nach 15 Sekunden wieder zu den alten Werten zurückzukehren.
 
ATI-Control- Panel
Besitzer einer ATI-Grafikkarte können mit dem zuvor installierten grafischen Tool "fglrxcontrol" ( 2 Punkt 1) die Gammawerte der Ausgabe anpassen oder, bei zwei angeschlossenen Monitoren, die grafische Oberfläche auf Dual-Monitor-Betrieb trimmen.
Sie starten das Tool entweder über den entsprechenden Menüeintrag oder über <Alt>-<F2> mit dem Befehl "fglrxcontrol". Die erste Registerkarte zeigt Informationen zu Ihrer Grafikkarte und dem installierten Treiber. In der Registerkarte "Adjustment" passen Sie dann die Gammawerte an.
Über "Desktop Setup" bestimmen Sie, auf welchem Monitor die primäre Bildschirmausgabe erfolgen soll ("Set Primary Monitor").
Darunter stellen Sie ein, in welchem Modus die Ausgabe auf zwei Monitoren erfolgen soll: "Single Mode" verwendet nur den primären Bildschirm, "Clone Mode" kopiert die Ausgabe auf einen zweiten Monitor, und "Big Desktop Horizontal" verteilt den Desktop auf zwei nebeneinander liegende Monitore, während "Big Desktop Vertical" zwei übereinander liegende Monitore nutzt.

Nvidia-Settings

 
Wer eine Nvidia-Karte sein Eigen nennt, kann nach der Installation des proprietären NvidiaTreibers ebenfalls auf ein grafisches Konfigurationswerkzeug zurückgreifen.

Damit lassen sich Helligkeit, Kontrast und Gammawerte der Grafikkartenausgabe beeinflussen.

Sie starten das Tool über <Alt>-<F2> und die Eingabe von "nvidiasettings". Unter "X Server Color Correction" verändern Sie die eben erwähnten Einstellungen. Die meisten Anwendungen bleiben von Veränderungen, die Sie unter "Antialiasing Settings" vornehmen können, unbeeindruckt, lediglich 3D-Programme wie Blender profitieren davon.

Schließlich können Sie weitere Einstellungen unter "Display Devices" setzen, etwa sattere Farbwerte mit dem Schieberegler unter "Digital Vibrance".

X-Server manuell anpassen

Profis können die Konfigurationsdatei xorg. conf ohne das Konfigurations-Tool editieren. Machen Sie sicherheitshalber vor jeder Veränderung mit "sudo cp /etc/X11/xorg.conf /etc/ X11/xorg.bak" ein Backup der Konfigurationsdatei.

Im Notfall spielen Sie es mit "sudo cp / etc/X11/xorg.bak /etc/X11/xorg.conf" wieder zurück. Starten Sie zum Bearbeiten den Editor mit root-Rechten, indem Sie "sudo gedit" (Ubuntu) oder "sudo kedit" (Kubuntu) tippen, und öffnen Sie damit die Datei /etc/X11/xorg.conf.
Um die maximale Bildschirmauflösung zu ändern, navigieren Sie zum Abschnitt "Section "Screen"". Dort sehen Sie mehrere Einträge, die mit der Zeichenkette "Sub-Section "Display"" beginnen. Der erste Wert "Depth" definiert die Farbtiefe von "1" bis "24".
Die jeweils darunter liegende Zeile beginnt mit "Mode" und legt die Auflösungen pro Farbtiefe fest der erste Wert ist der Standardwert. Steht dort zuerst "1024x768", dann startet die grafische Oberfläche mit diesem Wert. Um die nächst höhere Auflösung zu verwenden, tragen Sie die Zeichenkette "1280x1024" davor ein.
Wiederholen Sie den Vorgang bei allen dort vorhandenen Unterabschnitten. Um die Bildwiederholrate zu bestimmen, benötigen Sie die Werte sowohl für die horizontale als auch für die vertikale Wiederholrate Ihres Monitors. Diese tragen Sie dann wenn vorhanden im Abschnitt "Section "Monitor"" neben "Horiz-Sync" und ,,Vert-Refresh" ein.
Seien Sie mit diesen Werten äußerst vorsichtig, und verwenden Sie nur Werte, die der Monitorhersteller vorschlägt; falsche Werte können Ihren Monitor beschädigen. Läuft Ihr Monitor gegenwärtig flimmerfrei, sollten Sie die aktuellen Werte belassen.
Fehlt der Abschnitt, lassen Sie ihn weg. Sind Sie mit Ihren Einstellungen zufrieden, speichern Sie die Konfigurationsdatei, und melden Sie sich von der grafischen Oberfläche ab und wieder an.
 
 
 
 
 
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